Unbemannte Luftfahrt: Bremen auf dem Weg zur Drone Economy
Die aktuelle Ausgabe der WFB News widmet sich dem Titelthema „Unbemannte Systeme“, und unser Geschäftsführer Harald Rossol kommt darin als Branchenexperte zu Wort. Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen.
Unbemannte Flugsysteme sind längst mehr als eine Spielerei für Luftaufnahmen: Der globale Markt für unbemannte Luftfahrzeuge wurde 2025 auf 28,81 Milliarden USD geschätzt und soll bis 2034 auf 69,62 Milliarden USD wachsen. Als führender Innovationsstandort verbindet Bremen dabei traditionelle Luft- und Raumfahrtkompetenz mit IT- und KI-Forschung.
Ein Standort mit Wissensvorsprung
„In Bremen haben wir eine riesige Basis an Know-how“, sagt Harald Rossol. Davon profitiere auch die unbemannte Luftfahrt mit einem Fokus auf Drohnentechnologien, digitaler Luftraumüberwachung und Anwendungen in der Agrar- und Seeraumüberwachung. Das DLR erforscht autonome Systeme für unbemannte Frachtdrohnen, Lufttaxis und Flugzeuge, das Fraunhofer IFAM arbeitet an der sicheren Integration von Drohnen in den Luftraum, und Unternehmen wie Optoprecision, b.r.m. IT & Aerospace oder Trilitec entwickeln Systeme für den Einsatz an Land, in der Agrarwirtschaft und in der Nordsee.
„Der größte Markt, der entstehen wird, ist in der Landwirtschaft“, so Rossol. Ob zur Erkennung von Rehkitzen oder von Schädlingsbefall – autonome Systeme erleichtern die Arbeit auf dem Feld enorm. „Da könnten wir vorne mitspielen. Vor allem bei spezialisierten Systemen haben wir die Kompetenz.“ Der zivile Markt befinde sich allerdings noch im Aufbau; entscheidend sei jetzt die Vernetzung aller Beteiligten, damit sich in Bremen langfristig eine Drone Economy etabliert. Deutlich dynamischer ist bereits das Verteidigungsfeld, das Rossol aktuell als „spannendsten Markt“ bezeichnet.
Vom Einzelflug zum koordinierten Luftraum
So vielfältig die Anwendungen sind – Drohnen im industriellen, universitären und zivilen Einsatz brauchen eine koordinierte Nutzung des Luftraums. Genau hier setzt die Arbeit der b.r.m. IT & Aerospace an: U-Space Lufträume werden europaweit als gemanagte Geozonen eingerichtet, in denen ein U-Space Service Provider die Luftraumnutzung koordiniert. Als künftiger USSP entwickeln wir mit der UAS-Leitstelle Bremen USSP die digitalen Dienste, die den sicheren, geregelten Betrieb vieler Drohnen im gemeinsamen Luftraum erst möglich machen.
Um das unter realen Bedingungen zu erproben, wird in der Region derzeit ein Reallabor geplant: ein geografisch abgegrenzter Luftraum für Drohnen – und ein weiterer Schritt, aus dem Bremer Wissensvorsprung eine dauerhafte Drone Economy zu machen.
Dieser Beitrag basiert auf dem Titelthema „Unbemannte Systeme“ der WFB News, Ausgabe Nr. 96 (September 2026), herausgegeben von der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH.









