UAS-L-USSP HB ist ein Entwicklungsprojekt zur prototypischen Realisierung einer b.r.m. UAS-Leitstelle (Bremen USSP), die künftig die sechs U-Space-Dienste nach EU-VO 2021/664 abbilden und perspektivisch zertifizierungsfähig betrieben werden soll.
Im Projekt werden zunächst die technischen, regulatorischen und organisatorischen Anforderungen erarbeitet – mit besonderem Fokus auf Schnittstellen als Bindeglied zwischen Service-Komponenten, Betriebsprozessen und externen Stellen. Dabei wird gezielt der Abgleich mit Standards der bemannten Luftfahrt (u. a. Datenformate und Kommunikations-/Prozesslogik) vorgenommen, um die Leitstelle als ergänzendes System in bestehende Daten- und Prozesslandschaften integrieren zu können.
Auf dieser Basis erfolgt die Umsetzung interoperabler Schnittstellen zu zentralen U-Space-Akteuren: UAS-Operatoren, anderen USSPs, CISP-Systemen (z. B. Luftraum-, Wetter- und Hindernisdaten), Behörden sowie perspektivisch ATM/ATC. Dafür werden je nach Anwendungsfall geeignete Protokolle und Datenformate (z. B. AIXM/FIXM/WXXM, REST-APIs, Messaging) ausgewählt und unter Aspekten wie IT-Sicherheit, Redundanz und Skalierbarkeit ausgelegt.
Parallel baut das Projekt einen belastbaren Wissensstand zu künftigen Zertifizierungsanforderungen auf (EASA/nationale Leitlinien), um die Systementwicklung frühzeitig an realistischen Zulassungspfaden auszurichten. Abschließend wird die Architektur praxisnah validiert (z. B. Reaktionszeiten, Stabilität unter Last, Robustheit, Datenkonsistenz/Verfügbarkeit), sodass die Ergebnisse direkt in die Weiterentwicklung zurückfließen.
Insgesamt wird das Vorhaben als experimentelle Entwicklung eingeordnet, da es derzeit keine vergleichbaren marktreifen Systeme, fehlende/entstehende Standards und unsichere regulatorische Vorgaben gibt – zugleich mit klarem Transferpotenzial Richtung Zertifizierung, Standardisierung und späterer Marktumsetzung.


