b.r.m. IT & Aerospace hat einen konkreten Vorschlag für einen der ersten U-Spaces in Norddeutschland entwickelt. Die U-Space Idee wurde Mitte Januar dem Bundesministerium für Verkehr (BMV) vorgestellt. Mit der Verabschiedung des deutschen U-Space-Gesetzes wird im Laufe des Jahres 2026 gerechnet.
Der erste U-Space entlang der Weser - von Bremen über Bremerhaven bis nach Helgoland
Warum ein U-Space an der Weser?
Gemäß EU-Durchführungsverordnung 2021/664 kann ein U-Space unter anderem dann eingerichtet werden, wenn der Schutz kritischer Infrastruktur einen geregelten und identifizierten Drohnenbetrieb erfordert. Genau darauf stützt sich dieser Vorschlag: Entlang der Weser und in der Deutschen Bucht konzentrieren sich Hafenanlagen, Seeschifffahrtswege, Logistikinfrastruktur und Industrieanlagen auf engem Raum. In Abstimmung mit der Luftfahrtbehörde Bremen und der Luftfahrtbehörde Sachsen wurde bestätigt, dass dieser Schutzbedarf die Einrichtung eines U-Space begründet – auch wenn das aktuelle Drohnenverkehrsaufkommen noch gering ist.
Ein U-Space ermöglicht die zuverlässige Identifikation aller Drohnen im Gebiet sowie die Unterscheidung zwischen legalem und illegalem Betrieb. Drohnenbetreiber müssen sich im ausgewiesenen U-Space registrieren und anmelden – unbekannte Drohnen werden sofort als potenzielle Bedrohung erkennbar.
Der Korridor
Der U-Space ist als zusammenhängendes Gebiet definiert, das sich von Süden nach Norden entlang der Weser bis in die Deutsche Bucht erstreckt:
- Flughafen Bremen als Ausgangspunkt im Süden
- Hafenanlagen in Bremen-Stadt und Bremen-Nord
- Unterweser mit den Hafenstandorten Elsfleth, Brake und Nordenham
- Überseehafen, Containerterminale und Stadthafen Bremerhaven
- Schifffahrtsweg von der Wesermündung Richtung Helgoland
Vom Reallabor zum Regelbetrieb
Das Projekt baut auf dem bisherigen U-Space-Reallabor auf, geht aber einen entscheidenden Schritt weiter: vom regulatorischen Testrahmen zum operativen U-Space im Regelbetrieb nach EU-Verordnung 2021/664. b.r.m. IT & Aerospace verfügt im gesamten geplanten U-Space-Gebiet bereits über aktive Sensoranlagen und die technischen Fähigkeiten für den Betrieb als zukünftiger zertifizierter U-Space Service Provider (USSP).
Beteiligte
Als erste Idee für einen U-Space in Norddeutschland & Deutsche Bucht hat b.r.m. IT & Aerospace den Vorschlag dem Bundesministerium für Verkehr (BMV), der Luftfahrtbehörde Bremen und der Luftfahrtbehörde Sachsen vorgestellt. b.r.m. ist Projektträger und zukünftiger USSP.
Projektphasen
Phase 1 – Testbetrieb: Erprobung und Verfeinerung der Sensorinfrastruktur und Betriebsabläufe
Phase 2 – Regelbetrieb: Vollständiger Betrieb als zukünftiger zertifizierter USSP nach Verabschiedung des U-Space-Gesetzes
Phase 3 – Expansion: Schrittweise Erweiterung des U-Space-Gebietes (Zeithorizont: 12 – 18 Monate)
Perspektive Urban Air Mobility
Der U-Space Korridor Bremen-Helgoland bietet gleichzeitig ideale Voraussetzungen für die Etablierung einer bemannten VTOL-Route für Lufttaxis. Der U-Space schafft die regulatorische und technische Infrastruktur, in die sich bemannte VTOL-Operationen nahtlos einfügen. Drohnen- und Lufttaxiverkehr teilen sich denselben überwachten Luftraum – mit klarer Priorisierung und Separation durch den USSP.
Mögliche Vertiport-Standorte entlang des Korridors umfassen unter anderem den Flughafen Bremen, Bremen Mitte (Weser), Bremen Hafen, die Waterfront, Bremen-Nord, Lemwerder, Elsfleth, Brake, Nordenham, den Hafen Bremerhaven sowie Helgoland als Endpunkt in der Deutschen Bucht.
Die Kombination aus U-Space-Infrastruktur und VTOL-Korridor macht dieses Projekt zu einem Leuchtturmprojekt für Urban und Regional Air Mobility in Norddeutschland. b.r.m. IT & Aerospace positioniert sich als USSP und damit als zentraler Enabler der Luftmobilität der Zukunft in der Region.