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IT-Rückblick 2021: IT-Sicherheit, Zero-Day und Hafnium

IT IT-Service IT-Security Bremen b.r.m. brm

In unserer Serie „IT-Rückblick 2021“ beschäftigen wir uns mit den interessantesten und gefährlichsten IT-Sicherheitslücken des letzten Jahres, heute: Zero-Day und Hafnium. 2021 war kein gutes Jahr für die IT-Sicherheit und zeigt einmal mehr, dass man IT-Security als stetigen Prozess sehen muss. Die Verteidigung gegen Angreifer muss durchgehend aufgefrischt werden, sonst verrottet Sie wie eine alte unbemannte Burgmauer.

Der Alptraum schlechthin: Zero-Day und IT-Sicherheit

Gegen bekannte Sicherheitslücken gehen die Hersteller einer Software meist sehr schnell vor oder haben das Problem bereits erkannt. Ein entsprechender Patch schließt die Sicherheitslücke und das Programm kann zunächst weiter eingesetzt werden. Gerade aus diesem Grund ist es wichtig, moderne IT-Systeme auf dem neuesten Stand zu haben und zu halten. Kontinuierliche Verbesserung ist hier der Schlüssel für einen stabilen und sicheren Betrieb der IT-Systeme.

Ein massives Problem entsteht aber gerade durch einen sogenannten „Zero-Day“. Der englische Begriff geht dabei darauf ein, dass die hier ausgenutzte Sicherheitslücke seit null Tagen (zero days) bekannt ist, zumindest dem Hersteller und der Öffentlichkeit. Daher gibt es keinen Patch oder eine Übergangslösung, um diese Lücke zu schließen. Sie war schlicht nicht bekannt. Der weltweit aufsehenerregendste Fall eines Zero-Day-Exploits ist sicherlich Stuxnet. Hier wurden gleich mehrere Zero-Day Schwachstellen genutzt, um Produktionsanlagen zu stören und unerwartete Befehle auszuführen.

Zero Day und Hafnium, was geschah?

Anfang März wurden insgesamt 4 relevante Sicherheitsmängel, also “Zero-Days” bei Microsoft Exchange Servern festgestellt. Diese wurden mutmaßlich von der Hackergruppe Hafnium genutzt um systematisch tausende von Exchange Servern zu scannen und zu infiltrieren. Da es nach Recherchen darum ging, eine „Backdoor“ (Hintertür) in die Systeme einzubauen kann nicht abschließend geklärt werden, wie stark sich diese Sicherheitslücke in Zukunft noch auswirken wird.

Microsoft reagierte nach einigen Einschätzungen zwar langsamer als gewünscht, aber die ausgenutzten Sicherheitslücken sind geschlossen worden. Durch mehrere Sicherheitspatches wurde sichergestellt, dass der Zero-Day-Exploit nun nicht mehr nutzbar ist.

Richtige IT-Sicherheit heißt Kontinuität

Richtige, also zuverlässige IT-Sicherheit, ist ein Wunsch und Versprechen aller mit IT-Systemen betrauter Personen. Neben der zum Standard gehörenden Technik, wie einer Firewall, sind aber auch konzeptionell einige Punkte zu beachten. Das magische Dreieck aus Kosten, Zeit und Qualität gilt natürlich auch für diesen Bereich professionellen Handelns. So ist gerade in Hinblick auf den Zeitfaktor sofort ersichtlich, dass es keinen absoluten Zustand der Sicherheit in einem dynamischen System geben kann. Bei einem Zero-Day-Exploit ist die Zeitkomponente derart verzerrt, dass eine korrekte (qualitative) Bekämpfung sofort hohe Ressourcenverbräuche generiert. Eine gute IT-Sicherheitspolitik setzt daher auf kontinuierliche Verbesserung und Anpassung an ein dynamisches Bedrohungsumfeld. Systeme dürfen nicht unbetreut betrieben werden. Erst in Aktion zu treten, wenn etwas nicht mehr funktioniert führt unweigerlich zur Katastrophe. Effektives und effizientes Handeln zeichnet sich durch Kontinuität aus. Lesen Sie hierzu auch die Stellungnahme von Dirk Arendt von Trend Micro.

Malware: Trojaner verdrängt Virus

‚Malus‘ ist im Lateinischen das Schlechte, das Böse oder das Niederträchtige. Und so verhalten sich Malware-Programme auch. Sie nisten sich in Rechnern oder Servern ein, um dort unerwünschte Funktionen auszuführen. Zwar zählen wir auch ‚Computerviren‘ zur Malware – das schlichte Infizieren oder Zerstören eines Rechners aber ist auf dem Rückzug. Heute taucht die Malware typischerweise in Gestalt des Trojaners auf, der klammheimlich die Kommandobrücke entert, meist unbemerkt vom Nutzer.

Für den externen IT-Service sind die Trojaner ein Problem, weil der Fehler in der Regel bei demjenigen liegt, der beim Kunden die Maus oder die Tastatur bedient. Er ist es, der dem Eindringling die Tore öffnet. Meist gelangen die Trojaner durch das unbedachte Herunterladen von Mailanhängen oder von Programmen aus obskuren Quellen auf den Rechner, oder aber durch unterkomplexe Passwörter.

Unser IT-Service setzt daher vor allem auf die Schulung von Usern. Denn Wachsein und Information sind der beste Schutz vor Eindringlingen. Unser Service umfasst darüber hinaus die Analyse obskurer Anhänge. Unsere Kunden können Verdachtsfälle an uns weiterleiten, und zwar bevor Sie unbedacht die Maustaste drücken.

Wo Elefanten kämpfen, leidet das Gras

Für die meisten Laien ist der ‚Secure Sockets Layer‘ (SSL) nur ein Begriff aus dem IT-Chinesischen. Dabei verbirgt sich hinter dem Begriff das Netzwerkprotokoll für die sichere Übertragung von Daten. Nur diejenigen Seiten, die gemäß SSL zertifiziert wurden, gelten als sichere Übermittler im weltweiten Datenverkehr.

Wenn jetzt ein Internet-Gigant wie Google einem geschätzten Zehntel aller Seiten das SSL-Misstrauen ausspricht und deren Zertifikate nicht länger anerkennt, dann gleicht dies einem mittleren Erdbeben in der IT-Welt.

Offiziell entzieht der Google-Browser ‚Chrome‘ den betroffenen Symantec-Seiten deshalb das Vertrauen, weil die Sicherheit dort nicht länger gewährleistet sei. Inoffiziell geht es wohl eher darum, dass Symantec unberechtigterweise massenhaft SSL-Zertifikate verteilt haben soll. Ein Kampf der Giganten also – von dem hierzulande bspw. auch ‚Spiegel Online‘, ‚Golem‘ oder ‚Wechat‘ betroffen wären, selbst ‚amazon‘ geriete ab Oktober 2018, ab der nächstfolgenden Chrome-Version also, ins Trudeln. Immerhin ist Google-Chrome weltweit der führende Internet-Browser.

Mit dem Erscheinen von ‚Chrome 66‘ im April 2018 soll die angekündigte Strafmaßnahme weltweit greifen. Der Chrome-Nutzer erhielte beim Aufruf betroffener Seiten dann einen Warnhinweis, dass der Inhalt der angewählten Homepage ‚nicht vertrauenswürdig‘ sei.

Unser IT-Service empfiehlt allen Betreibern von Homepages, die zertifizierte SSL-Sicherheit ihres Angebots bei SSL-Labs zu überprüfen. Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie uns einfach an.

Bremen, den 22. Februar 2018